Unsere Unterstützer:

Agrarsoziale Gesellschaft e.V. (ASG)

"Mit Blick auf die Flächenversiegelung in ländlichen Räumen muss zwingend mit mehr Augenmaß und Weitsicht gehandelt werden, insbesondere wenn es um wertvolle Ackerböden geht. Vor diesem Hintergrund sollte die Reaktivierung brachliegende Gewerbeflächen viel stärker im Fokus stehen."

BUND Kreisgruppe Northeim

Die BUND-Kreisgruppe Northeim unterstützt die Forderung der BI-Leinetal nach einem Verzicht des Baus der riesigen Logistikhalle bei Berwartshausen. Dieses Projekt untergräbt die Bestrebung einer auch politisch postulierten Reduzierung von Flächenneuversiegelungen, zerstört unwiederbringlich 15 ha der wichtigen Ressource Ackerboden und beeinträchtigt Landschaftsbild und Kleinklima negativ. Der weitere Ausbau der Logistikbranche führt zu einem Anstieg des Verkehrsaufkommens und weiter steigenden CO²- Emissionen. Aufgrund dieser negativen Auswirkungen auf Natur, Umwelt und Klima, einem bereits existierenden Leerstand von Lagerhallen in Deutschland und nur hypothetischer Arbeitsplatzzahlen sowie völlig unbekannter potentieller Nutzer wird der BUND gemeinsam mit Betroffenen und Gleichgesinnten alle Möglichkeiten nutzen, dieses fragwürdige Projekt zu verhindern.

NABU Northeim und Umgebung e.V.

Zu dem Projekt nimmt der NABU Northeim Stellung wie folgt:
 

1. Flächenversiegelung
Es wird eine ziemlich große Fläche versiegelt, die für die Natur und für den Wasserhaushalt nicht mehr zur Verfügung steht. So eine Neuversiegelung ist mit den Regeln des Niedersächsischen Wegs abzugleichen, in dem als Ziel bis 2030 eine
Neuversiegelung von unter 3 ha pro Tag für ganz Niedersachsen erreicht werden soll und die Netto-Neuversiegelung danach durch geeignete Maßnahmen auf Null gesenkt werden soll. Die Neuversiegelung durch das Logistik-Zentrum mit 153.000 m2 (davon 72.000 Hallenfläche, Rest Verkehrsflächen) also 15,3 ha, nimmt dann bereits fast 2 % der Neuversiegelung für ganz Niedersachsen ein. Demnach müsste geprüft werden, ob die entsprechende Netto-Neuversiegelung in Niedersachsen nicht bereits über diesem Wert liegt. Eine Prüfung sollte einer Genehmigung unbedingt vorausgehen. Anders wäre es, wenn die Stadt Northeim dafür an anderer Stelle versiegelte Flächen entsiegelt und in vernünftiger Weise renaturiert. Das wäre für alle derartigen Vorhaben dringend zu empfehlen. Die Kosten dafür müsste dann jeweils der Bauträger tragen. Die entsiegelten Flächen könnten dann durch die UNB fachgerecht renaturiert werden. Zudem greift die Versiegelung in den Wasserhaushalt ein. An der A7 fließen Moore und Krümmel, deren Läufe durch den Bau beeinträchtigt werden würden. Wir hatten vor nicht allzu langer Zeit eine Überschwemmungssituation im Raum Northeim, die lange angehalten hat, und die Versiegelung einer so großen Fläche verstärkt die Gefahr von weiteren Überschwemmungen, wenn die Bachläufe kanalisiert werden.


2. Verlust von Lebensräumen
Auch wenn der geplante Bauplatz bisher Ackerland war, ist er doch von Nutzen für die Pflanzen- und Tierwelt, z. B. als Rückzugsgebiet für Reh- und Niederwild und auch Bodenbrüter wie Rebhühner, Kiebitze, Feldlerchen und andere. Die agrarische Nutzung beinhaltet auch den Anbau von Zwischenfrüchten, die ebenfalls für Insekten und andere Tiere von Nutzen sind. Außerdem leidet die Gewinnung der Nahrungsmittelerzeugung, wenn Ackerland Industrieland wird. Das spricht gegen eine Genehmigung.


3. Ausgleichsmaßnahmen
Ausgleichsmaßnahmen sind häufig eher Mogelpackungen, denn meist wird vorhandenes Grünland nur umgewandelt, z. B. wird eine Weide in Dauergrünland umgewidmet o. ä.. Dadurch entsteht aber kein echter Zugewinn, die Flächen waren ja bereits vorhanden. Die Ausgleichsmaßnahmen wären also dahingehend zu prüfen, ob dadurch ein wirklicher Ausgleich geschaffen wird. Das ginge nur durch die Umwidmung nicht naturnaher Flächen in Naturflächen bzw. eine Aufwertung bereits bestehender Flächen. Dabei sollte die Wertigkeit der Flächen berücksichtigt werden. Wenn z. B. eine Ausgleichsfläche nur ein Drittel mehr Natur bringt, müsste die Ausgleichsfläche 3 x so groß sein. Eine echte Ausgleichsmaßname sollte bei Durchführung des Projekts zur Bedingung gemacht werden. Das gilt ebenfalls für den vernichteten Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Dieser verschwindet ersatzlos, denn normale Ausgleichsflächen werden bereits von Tieren und Pflanzen genutzt. Am einfachsten wäre deshalb der Abriss und die Renaturierung existierender Bauflächen.


4. Notwendigkeit für Logistikzentren
In Zeiten einer globalisierten Wirtschaft werden wir mit Waren von Amazon, temu, Shein, Alibaba und anderen überschwemmt, die meist aus Fernost kommen und in Deutschland sehr schnell verteilt werden sollen. Oft sind dies billige Konsumartikel, Kleidung z. B. wird oft nur einmal oder gar nicht getragen und dann in riesigen Mengen entsorgt (Fast Fashion). Zwar mag der Bau zu mehr Gewerbesteuer beitragen. Das ist aber ein zweischneidiges Schwert, denn durch die Flut von billigen Waren können lokale und regionale Lieferanten nicht mehr mithalten und müssen aufgeben. Das kann zur Schließung von vielen lokalen Geschäften, zu Entlassungen und zur Verödung der Innenstädte beitragen und damit zu einem Absinken der Gewerbesteuer, es wäre also nichts gewonnen, aber gesunde Strukturen gingen verloren. Ein weiteres Logistikzentrum verstärkt diesen Trend nur. Das Stadtbild würde unter dem Verlust des Kleingewerbes stark leiden.


5. Greenwashing
Wie in der Presse berichtet, soll das Gebäude als Ausgleich grün angestrichen werden. Das ist reines Greenwashing und völlig nutzlos. Wenn es besser gemacht werden soll, falls das Gebäude überhaupt genehmigt werden kann, sollten stringentere Auflagen gemacht werden. So könnte z. B. die gesamte Dachfläche sinnvoll begrünt werden, um Insekten und Vögeln Angebote zu machen. Natürlich müsste so eine Begrünung stets gepflegt werden. Möglich wäre auch eine Kombination aus Solardach plus Begrünung.


6. Verkehr
Durch die Lage an der Autobahnauffahrt Northeim West würde der Verkehr durch den steten Strom von LKW auf der Bundesstraße sehr stark belastet werden. Dort existiert wegen der engen Brückendurchfahrt ohnehin schon ein Engpass. Das ist ein weiterer Nachteil für die Bevölkerung im Raum Northeim, Moringen und Umgebung.

Pro Leinetal - Natur statt mehr Beton - Bürgerinitiative für Lebensqualität, Natur- und Klimaschutz in Northeim/West.

© Copyright JJJJ Pro Leinetal - Natur statt mehr Beton. Alle Rechte vorbehalten.

Impressum | Datenschutz | Kontakt | Newsletter

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.